bAV-Prax Advertorial – ESG in der Praxis: Danone

Was tun mit dem Plastikproblem?

von Lars Detlefs, Frankfurt am Main, 20. Januar 2020

In dieser Fallstudie geht es um das Problem des Plastikmülls. Dieses nicht zu unterschätzende ESG-Thema dürfte in den nächsten Jahren noch wichtiger werden. Wir beschreiben, wie sich ein Unternehmen – Danone – der Herausforderung stellt, wie wir Danone analysieren und wie wir Einfluss nehmen, um langfristigen Wandel zu bewirken. Von Lars Detlefs.

 

 

Lars Detlefs, MFS.

ESG ist mehr als Risikomanagement. Ein genaues Verständnis von ESG-Themen ist eine Chance. So lässt sich erkennen, wie ein Unternehmen mit diesen Herausforderungen umgeht.

 

Durch gezielten, kontinuierlichen Dialog mit den Unternehmen können Investoren bei vielen Themen etwas erreichen, statt sich auf eines zu beschränken.

 

 

Wenn es so weitergeht, wird 2050 mehr Plastik in den Ozeanen sein als Fische.“

 

 

Das ist wichtig, denn ESG-Themen sind komplex und hängen oft miteinander zusammen. Plastik verschmutzt die Umwelt, aber es hat auch Anteil am Klimawandel. Und es ist eine große soziale Herausforderung.

 

 

 

Das Plastikproblem

 

In den letzten Jahren wurden die Auswirkungen von Plastikmüll auf Mensch und Umwelt immer klarer. Jedes Jahr gelangen acht Millionen Tonnen Plastikmüll in die Weltmeere. Wenn es so weitergeht, wird 2050 mehr Plastik in den Ozeanen sein als Fische.1

 

 

Zweifellos ist Plastik der vielseitigste Stoff, der jemals erfunden wurde.“

 

 

Nach einer Untersuchung des World Wide Fund for Nature (WWF) nimmt jeder Mensch jede Woche so viele Polymerpartikel auf, dass man aus ihnen eine Kreditkarte pressen könnte.2

 

Trotz dieser ökologischen Herausforderungen ist Plastik noch immer eines der am häufigsten genutzten Materialien, denn es ist billig und sehr praktisch. Zweifellos ist es der vielseitigste Stoff, der jemals erfunden wurde. Plastik ist aus Wirtschaft und Gesellschaft nicht mehr wegzudenken. Unzählige Produkte sind aus Plastik – Tüten, Teebeutel, Trinkhalme, Bekleidung, Spielzeug sowie Lebensmittel-und Getränkeverpackungen.

 

Bis 2050 wird sich die weltweite Plastikproduktion schätzungsweise verdreifachen, und 40% davon dürften auf Verpackungen entfallen.3 Die COVID-19-Pandemie hat Einwegplastik boomen lassen und die Bemühungen um mehr Nachhaltigkeit gebremst.

 

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Verbraucher handeln, Investoren sollten nachziehen

 

Recycling hat selten funktioniert, denn neues Plastik ist billiger. Recyclingtechnik, Infrastruktur und Kapazitäten reichen nicht, und es gibt wenig Anreize für Verbesserungen. Da überrascht es nicht, dass Verbraucher und Aufsichtsbehörden Plastik ins Visier genommen haben. Wir glauben, dass sich auch Investoren in den nächsten Jahren stärker mit dem Thema befassen werden.

 

Verbraucher greifen häufi ger zu plastikfreien Produkten, da die Behörden weltweit auf weniger Einwegplastik drängen. Die Nachfrage nach neuem Plastik ist deshalb bereits zurückgegangen. Dies kann Gewinne, Aktienkurse und Kreditratings seiner Hersteller schwächen. Unternehmen könnten also unter dem neuen Nachhaltigkeitsbewusstsein leiden. Ihre Bewertungen und die langfristige Kreditqualität könnten fallen.

 

Dialog mit Danone

 

Der Lebensmittelhersteller Danone ist in vielen MFS-Portfolios enthalten. Der Konzern verwendet aufgrund seines Geschäftsmodells Plastikverpackungen für die meisten Produkte – auch für Mineralwasser, mit dem Danone fast ein Fünftel des Umsatzes erzielt.

 

Durch die CO2-Bepreisung, das Verbot von Einwegplastik (Tüten und Trinkhalme), strengere Regeln zur Erweiterten Herstellerverantwortung (EPR) sowie Steuern auf Plastikverpackungen steigen Danones Kosten strukturell.

 

Quelle: MFS. Grafik zur Volldarstellung anklicken.

 

Zurzeit hat der Einsatz von Plastik keine Auswirkungen auf die ESG-Ratings, sodass Danone hier gut abschneidet. Aber was bedeutet das für uns? Wir hätten uns von unseren Aktien trennen können, haben uns aber anders entschieden. Stattdessen sind wir auf Danone zugegangen und haben die Maßnahmen des Unternehmens gegen Plastikmüll genau untersucht.

 

Durch unsere Fundamentalanalysen wissen wir genau, wo das Unternehmen heute steht und wie es das Problem des Plastikmülls angehen will. Wir sehen hinter die Schlagzeilen. So verstehen wir besser, wie nachhaltig die Umsätze von Danone sind und welche Auswirkungen das Thema auf die Kurse haben kann.

 

Mehr Engagement

 

Im Rahmen ihres Engagements haben sich unsere Analysten intensiv damit befasst, wie sich Danone um weniger Plastikmüll bemüht. Unsere Investment- und Abstimmungsteams trafen sich wiederholt mit dem Unternehmen. Dabei ging es unter anderem darum, wie Danone beim Plastikeinsatz nachhaltiger werden will, aber auch um die Unternehmenskultur und das Engagement der Mitarbeiter.

 

Wir wollten wissen, inwiefern mehr Nachhaltigkeit für stetigere und bessere Finanzergebnisse sorgen kann – auch durch nachhaltige Beschaffung und eine neue Verpackungsstrategie. Die Ziele sind:

 

  • 100% recycelbare, wiederverwendbare oder kompostierbare Verpackungen bis zum Jahr 2025

  • Sammlung und Recycling von Abfällen an den größten Märkten

  • Entwicklung plastikfreier Verpackungen wie Kartons, Glas und Pfandsysteme

 

Um bei einem Unternehmen wie Danone etwas zu bewirken, muss man den Plastikzyklus verstehen. So lassen sich die wichtigsten Risiken der einzelnen Phasen genau erkennen.

 

Quelle: MFS. Grafik zur Volldarstellung anklicken.

 

Was bringt die Zukunft?

 

Wir werden unseren Dialog mit Danone fortsetzen. Die jüngsten Gespräche legen nahe, dass sich das Unternehmen mehr auf die geschäftlich wichtigsten Themen konzentrieren muss. Trotz unserer Bedenken halten wir an der Aktie fest. Wir halten sie für günstig bewertet – wegen der Geschäftsbereiche von Danone und der Bereitschaft des Unternehmens, nachhaltigere Verpackungen zu verwenden.

 

Die Welt ändert sich so schnell, dass es vielen Unternehmen und Investoren entgeht oder sie nicht Schritt halten können. Anstelle einer Vorauswahl oder des Verkaufs von Positionen halten wir es für sinnvoller, sich ein genaues Bild vom Geschäftsmodell eines Unternehmens zu machen und dann Kontakt aufzunehmen.

 

So können wir zu einer nachhaltigeren Zukunft beitragen – für uns und die Welt, in der wir leben.

 

Der Autor ist Managing Director, Geschäftsführer von MFS in Deutschland.

 

Von Autorinnen und Autoren der MFS sind zwischenzeitlich auf LEITERbAV erschienen:

 

Wer, wenn nicht wir? Wann, wenn nicht jetzt?

Nachhaltigkeit als die Verantwortung von uns allen

von Barnaby Wiener, von 20. Oktober 2021

 

ESG in der Praxis: Adidas

Tiefer bohren, um Worte von Taten zu unterscheiden

von Karin Moritz und Lars Detlefs, 17. März 2021

 

ESG in der Praxis: Danone

Was tun mit dem Plastikproblem?

von Lars Detlefs, 20. Januar 2021

 

 

Kontakt:

Lars Detlefs

Managing Director, Geschäftsführer

MFS Investment Management

Bockenheimer Landstraße 43

60325 Frankfurt

 

Email: ldetlefs@mfs.com

Tel.: +49 69 4272628-14

Web: www.mfs.com/sustainability (English version is institutional)

 

 

 

Advertorial mit freundlicher Unterstützung von:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Fußnoten:

1 Quelle: World Economic Forum, „The New Plastics Economy: Rethinking the Future of Plastics“, Januar 2016.

 

2 Quelle: WWF, „No Plastic in Nature: Assessing Plastic Ingestion From Nature To People“, Juni 2019.

 

3 Quelle: CIEL, „Plastic & Climate: The Hidden Costs of a Plastic Planet“, Mai 2019.

 

Wichtiger Hinweis:

Nur für institutionelle und professionelle Investoren. Herausgegeben in Großbritannien von MFS International (U.K.) Limited (MIL UK), einer Gesellschaft mit beschränkter Haftung (Private Limited Company) mit Sitz in England und Wales, Zulassungsnummer 03062718. Das Investmentgeschäft von MIL UK steht unter der Aufsicht der britischen Financial Conduct Authority. MIL UK, eine indirekte Tochtergesellschaft von MFS®, hat seinen offiziellen Firmensitz in der 1 Carter Lane, London, EC4V 5ER. Das Unternehmen stellt institutionellen Anlegern weltweit Investmentprodukte zur Verfügung und berät sie in Investmentfragen. Der Fonds erreicht seine Ziele möglicherweise nicht, und/oder Sie können mit einer Anlage in diesem Fonds Geld verlieren. Die Performance der Vergangenheit ist nicht notwendigerweise ein Hinweis auf zukünftige Ergebnisse.

 

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