Das Forum für das institutionelle deutsche Pensionswesen

Am 3. und 4. Mai – 80. aba-Jahrestagung 2018 (I):

Szene trifft sich in Berlin

Anfang Mai findet die turnusgemäße aba-Jahrestagung statt. Das Programm ist wie üblich standesgemäß. Sozialpartnermodell, reine Beitragszusage und Zielrente nehmen breiten Raum ein. Doch wer glaubt, dass sich die Tagung damit erschöpft, der irrt.

 

Zahlreiche Vorträge der Tagung, zu der 700 bis 800 Teilnehmer erwartet werden, widmen sich grundsätzlichen Fragen – denen der Altersvorsorge im Allgemeinen und denen der bAV im Speziellen. So ist das Bundesministerium für Arbeit und Soziales mit dem Beamteten Staatssekretär Rolf Schmachtenberg vertreten, die Deutsche Rentenversicherung Bund mit ihrer Präsidentin Gundula Roßbach und das DIW mit seinem Präsidenten Professor Marcel Fratzscher.

 

 

BRSG: Sozialpartner, Zulassung und interner Zwilling …

 

Judith Kerschbaumer. ver.di.

Wenig überraschend nimmt daneben auch die bAV-Reform breiten Raum ein. Nur beispielhaft seien genannt Judith Kerschbaumer von der ver.di Bundesverwaltung, die brandaktuell zum BRSG aus Sicht der Sozial- und Tarifpolitik spricht, dann Christian Remke von Metzler, der über erste Erfahrungen im Zulassungsverfahren des Pensionsfonds im SPM berichtet, sowie Jeffrey Dissmann von Mercer, der eine Analyse der rBZ in Bezug auf Kapitalanlage und Puffer vornimmt. Einen ersten Praxisbericht über das BRSG in der Beratung liefert Lars Thieme von der Funk Vorsorgeberatung, und Aon Hewitts Georg Thurnes fragt, wieviel reine Beitragszusage in die Direktzusage geht. Kann diese etwa einen „internen Zwilling“ haben?

 

 

und, ach, all die vielen Großbaustellen, von TTYPE …

 

Helmut Aden, BVV.

Doch die bAV wäre nicht die bAV, wenn es nur eine Großbaustelle gäbe – ganz im Gegenteil. Und all die vielen Baustellen „beyond bAV-Reform“, die kommen auf der Tagung nicht zu kurz, nur auszugsweise:

 

Zum kommenden Mammutprojekt Säulenübergreifende Renteninformation respektive TTYPE/ETS – bspw. betreffend Funktionalitäten, Datenschutz und Organisation – gibt es u.a. Vorträge von Claudia Wegner-Wahnschaffe (Versorgungsanstalt des Bundes und der LänderVBL) sowie von Helmut Aden (Versicherungsverein des Bankgewerbes BVV), der ein Update zum Stand der aba-Technik-Arbeitsgruppe gibt.

 

 

über Kapitalanlage

 

Marco Simonis, Clifford Chance.

Nicht fehlen darf in der bAV das stets zentrale Thema Kapitalanlage, das schließlich infolge Regulatorik und Niedrigzins an Komplexität ständig zulegt. Ethisch-nachhaltige Geldanlagen in Emerging Markets beleuchtet auf der Tagung Wolfram Gerdes von der KZVK Dortmund, während Marco Simonis von Clifford Chance über die Umsetzung des Kapitalanlagerundschreibens in der betrieblichen Praxis referiert.

 

 

 

Cornelia Schmid, aba.

Dem Dauerthema europäische Regulierung widmet sich aba-Expertin Cornelia Schmid, die einen Überblick über bAV-relevante EU-Themen gibt. Passend dazu ein Vortrag zu Governance-Anforderungen nach der EbAV II-RL, in dem Anna Faßbender eine aufsichtliche Einschätzung der BaFin in dieser Sache vornimmt.

 

Ebenfalls von Brüssler (Patho-)Genese, nicht minder von strategischer Bedeutung und schon an die Tür von EbAV, Arbeitgebern und Anbietern klopfend: das Bürokratie-Monster Datenschutzgrundverordnung. Über die praktische Umsetzung in einer EbAV spricht Marco Herrmann vom BVV, während Thomas Neumann von der Unterstützungskasse des DGB sich dieser Frage just aus Sicht dieses internen Durchführungsweges annimmt.

 

Überhaupt die U-Kasse: Inwiefern diese ein sinnvolles Zukunftsmodell ist, analysiert Susanna Adelhardt von Evonik Industries gemeinsam mit Peter Hermann von der Allianz Lebensversicherung.

 

Peter Doetsch.

Nicht zu kurz kommen auch Fragen des bAV-spezifischen Steuerrechts, über die Susanne Löffler (SAP) mit Blick auf Probleme der Körperschaftsteuer-Höchstgrenzen im Unternehmen spricht, sowie der Internationalen Rechnungslegung, die sich Jürgen Fodor von Willis Towers Watson vornimmt. Und während Mercers Thomas Hagemann neues zum 6a EStG vermelden wird, informiert Margret Kisters-Kölkes über aktuelle rechtliche Entwicklungen der bAV außerhalb des BRSG. Thesen zur Höhe der Garantie einer BOLZ vertritt RA Peter A. Doetsch.

 

Ein Update zur Umsetzung der Neuregelung des Paragrafen 8 BetrAVG „Übertragung der Leistungspflicht“ kommt von Udo Birkenbeul vom PSV, während Stefan Birkel und Carsten Hölscher (beide Aon Hewitt) einen Praxisbericht einer CTA-Abwicklung präsentieren.

 

Damit ist die Liste der durchweg vielversprechend anmutenden Vorträge alles andere als erschöpft, doch reicht hier der Platz nicht für mehr. Das gesamte Programm der aba-Jahrestagung 2018, die dieses Jahr sage und schreibe zum 80. Mal stattfindet, steht hier bereit.

 

Weitere technische Einzelheiten zu der Tagung hier.

 

Ort: Maritim Hotel Berlin, Stauffenbergstraße 26, 10785 Berlin.

 

Die zwischenzeitlich auf LEITERbAV erfolgte Berichterstattung zur 80. aba-Jahrestagung am 3. und 4. Mai 2018 in Berlin:

 

26. April: Szene trifft sich in Berlin

 

 

2. Mai: „Deutschlandrente nicht praxistauglich“

 

 

7. Mai: „Nutzt die Macht zur Gestaltung“

 

 

8. Mai: Von boLZ und Mindesthöhen, bAV-Headlines, BMF-Schreiben und Insolvenzen

 

 

9. Mai: Von internen DFW vs. rBZ, von US-GAAP vs. rBZ und von der Kirche im Dorf

 

 

14. Mai: Von kurzer Vola und langer Anlage, von CARL und von Attraktivität

 

 

16. Mai: Von Enttäuschungen und Erwartungen, von Herkules und Zielkonflikten

Diskriminierungsfreie Sprache auf LEITERbAV

LEITERbAV bemüht sich um diskriminierungsfreie Sprache (bspw. durch den grundsätzlichen Verzicht auf Anreden wie „Herr“ und „Frau“ auch in Interviews). Dies muss jedoch im Einklang stehen mit der pragmatischen Anforderung der Lesbarkeit als auch der Tradition der althergerbachten Sprache. Gegenwärtig zu beobachtende, oft auf Satzzeichen („Mitarbeiter:innen“) oder Partizipkonstrukionen („Mitarbeitende“) basierende Hilfskonstruktionen, die sämtlich nicht ausgereift erscheinen und dann meist auch nur teilweise durchgehalten werden („Arbeitgeber“), finden entsprechend auf LEITERbAV nicht statt. Grundsätzlich gilt, dass sich durch LEITERbAV alle Geschlechter gleichermaßen angesprochen fühlen sollen und der generische Maskulin aus pragmatischen Gründen genutzt wird, aber als geschlechterübergreifend verstanden werden soll. Auch hier folgt LEITERbAV also seiner übergeordneten Maxime „Form follows Function“, unter der LEITERbAV sein Layout, aber bspw. auch seine Interpunktion oder seinen Schreibstil (insb. „Stakkato“) pflegt. Denn „Form follows Function“ heißt auf Deutsch: "hässlich, aber funktioniert".

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