bAV-Prax Advertorial – künftig mit größerer Rolle:

Klimabezogene Risiken bei Anleihe-Emittenten

von Olaf John, London, 12. Juni 2018

Die Finanzindustrie und besonders institutionelle Investoren spielen als Teilhaber und Kreditgeber von Unternehmen eine Schlüsselrolle bei der Transformation zu einer nachhaltigen Wirtschaft. Anlagestrategien, die dies berücksichtigen, erfahren zunehmende Nachfrage. Neben klassischen Kriterien wie Zinssatz oder Bonität erhalten somit ESG-Faktoren der Emittenten verstärkt Gewicht. Auch von Regulierungsinstanzen wie der EU-Kommission gibt es aktuelle Vorstöße, die Berücksichtigung von ESG-Faktoren bei Investments zum Standard zu machen. Olaf John erläutert.

 

Olaf John, Insight Investment.

Nach dem am 8. März 2018 vorgelegten „Aktionsplan für nachhaltige Finanzierungen“ hat die EU-Kommission am 24. Mai 2018 Gesetzesvorschläge zur Implementierung des Pariser Klimavertrags durch die Finanzindustrie in der EU veröffentlicht. Diese sehen vor, dass Fondsmanager und Anlageberater künftig dazu verpflichtet werden, ihren Kunden detailliert zu erläutern, welche Auswirkungen ihre Anlagen auf das Klima haben.

 

Zentraler Bestandteil der Entwürfe ist auch die Definition einer EU-Taxonomie für „grüne“ Finanzprodukte, damit Investoren einen einheitlichen Leitfaden mit Nachhaltigkeitskriterien im Dschungel der als nachhaltig deklarierten Finanzprodukte erhalten. Wenn das EU-Parlament und die EU-Staaten die Gesetzesvorschläge mehrheitlich annehmen, könnte die ESG-Integration im Investmentprozess also bald von der Kür zur Pflicht in der EU werden.

 

 

Erstes umfassendes Klimarisikomodell

 

Das von Insight Investment entwickelte Klimarisikomodell dürfte das erste umfassende Ranking der Asset-Management-Industrie sein, das aufzeigt, wie Emittenten von festverzinslichen Unternehmensanleihen ihre mit dem Klimawandel verbundenen Chancen und Risiken managen und wie sie für den Übergang zu einer kohlenstoffarmen Wirtschaft aufgestellt sind. Es richtet sich vor allem an institutionelle Anleger, die über eine Einschätzung verfügen wollen, welche durch den Klimawandel verursachten Risiken und Chancen sich in ihren Investmentportfolios befinden.

 

Für das Klimarisikomodell hat Insight Investment die Daten von rund 1.900 Unternehmen ausgewertet. Bei der Evaluierung orientieren sich die Experten von Insight an den von der der Taskforce on Climate-related Financial Disclosures (TCFD) des Finanzstabilitätsrates empfohlenen Bereichen Governance, Strategie, Risikomanagement sowie Metriken und Ziele und haben entlang dieser vier Bereiche 35 Auswertungskriterien definiert.

 

Um die spezifischen Risiken der Sektoren durch den Klimawandel miteinzubeziehen, wurden die Sektoren der Anleiheemittenten einer von drei Risikogruppen zugeteilt. Die Unternehmensdaten stützen sich auf unabhängige Quellen: Carbon Disclosure Project, MSCI und Bloomberg.

 

 

Abb. 1: Das Klimarisikomodell.

 

Grafik zur Volldarstellung anklicken. Quelle: Insight Investment per 31.12.17.

 

 

Erhebliche Divergenzen in der Einstufung

 

Aus der aktuell erfolgten umfassenden Analyse anhand des Klimarisikomodells lassen sich erste wichtige Erkenntnisse ziehen. Die Ergebnisse der Emittenten sind breit gestreut, was darauf hindeutet, dass es bei der Herangehensweise an klimabezogene Themen erhebliche Unterschiede gibt.

 

 

Abb. 2: Einstufung der Anleihe-Emittenten im Klimarisikomodell.

 

Grafik zur Volldarstellung anklicken. Quelle: Insight Investment per 31.12.17.

 

 

Es zeigen sich große Divergenzen in der Einstufung, die die Managementpraktiken, Prozesse und Leistungen führender Unternehmen im Vergleich zu ihren Mitbewerbern widerspiegeln. Folglich zahlt sich eine detaillierte Emittentenanalyse aus, wenn es darum geht, klimabedingte Risiken zu identifizieren.

 

 

High Yield mit schlechteren Ergebnissen

 

Investment-Grade-Emittenten scheinen Klimarisiken besser zu managen als Unternehmen aus dem High-Yield-Segment. Detaillierte branchenadjustierte Analysen sind für High-Yield-Emittenten im Vergleich zu ihren Investment-Grade-Peers umso wichtiger. Die Performance von Investment-Grade- und High-Yield-Emittenten weicht deutlich voneinander ab:

 

 

Abb 3: Einstufung von IG- und HY-Emittenten im Klimarisikomodell.

 

Quelle: Insight Investment per 31.12.17.

 

 

Die schlechteren Ergebnisse für High-Yield-Emittenten sind vor allem darauf zurückzuführen, dass in diesem Segment Unternehmen aus dem Energiesektor, einer Hochrisikobranche bezüglich des Klimawandels, überdurchschnittlich häufig vertreten sind.

 

 

Nachholbedarf bei der Informationspolitik

 

Die Offenlegungspflichten von Anleiheemittenten zum Klimawandel sind nach wie vor sehr dürftig. Zwar gibt es Ausnahmen, aber die meisten Unternehmen liefern nicht genügend Informationen, damit die Anleger die Risiken und Chancen, die mit den Auswirkungen des Klimarisikos verbunden sind, vollständig einschätzen können.

 

Wenn die regulatorischen Vorgaben sich weiter verfestigen und zusätzlich Investoren beginnen, den Druck auf Unternehmen zu erhöhen, ihre klimabezogenen Risiken offenzulegen, wird dies mit einer verbesserten Informationspolitik der Anleihe-Emittenten einhergehen.

 

 

Der Autor ist Head of Business Development, Europe, der Insight Investment, London, UK. Von ihm beziehungsweise der Insight Investment erschienen zwischenzeitlich bereits auf LEITERbAV:

 

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Advertorial mit freundlicher Unterstützung von:

 

 

 

Kontakt:

Olaf John

Head of Business Development, Europe

Insight Investment, 160 Queen Victoria Street, London EC4V 4LA

Tel.: +44 20 7321 1944

Email: Olaf.John@InsightInvestment.com

www.insightinvestment.com/de/

 

 

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