Thank God it's Friday

Freitag: Die kommentierte Presseschau zur bAV

von Pascal Bazzazi, Berlin, 10. Mai 2013

 

Jeden Freitag bringt Leiter-bAV.de eine kommentierte Presseschau zur bAV.

 

BILD.de (7. Mai): „Niedrigzinsen fressen Altersvorsorge auf – Wie kann ich meine Rente retten?“

Die Niedrigzinsproblematik ist schon lange kein Thema mehr nur für Experten, sondern längst im Mainstream angekommen. BILD rät ab von LV-Neuverträgen, empfiehlt stattdessen bAV: „Hier unbedingt zugreifen.“ Und weiter: „Sprechen Sie Ihren Chef an. Jetzt!“ Nun, liebe Leiter-bAV, wenn ab Montag bei Ihnen die Mitarbeiter auf der Matte stehen, dann wissen Sie ja, wem sie es zu verdanken haben.

 

 

Die Welt (7. Mai): „Die EZB könnte zur Bad Bank für Südeuropa werden.“

Dass die Notenbanken Anleihen kaufen (QE), daran hat man sich fast gewöhnt. Gold kaufen sie schon länger, und über Aktien wird zunehmend nachgedacht. Und jetzt auch noch Firmenkredite? Irgendwie drängen sich da aber mindestens zwei Fragen auf, finden wir:

Erstens: Wenn die Notenbanken sich nun mit ihrem selbstgemachten Geld auf alles stürzen, was nicht bei drei auf dem Baum ist, wer will dann dieses Fiat-Geld irgendwann überhaupt noch haben?

Zweitens: Wo sollen VAG-Anleger und Versorgungswerke überhaupt noch investieren, wenn die Notenbanken ihnen jetzt auch noch in dieser Asset-Klasse die Preise verderben? Antwort: keine Ahnung. Fest steht nur: Ist auch die öffentlich-rechtliche Inflation (angeblich) immer noch klein, die Asset Inflation – wie sie manch Zeitgenosse seit Jahren angekündigt hat – grassiert weiter.

 

 

FT: Appetite grows for UK pension saving.“

Die ersten Erfahrungen mit dem staatlichen Opting-Out-System in Großbritannien, dem National Employment Savings Trust (Nest), scheinen sehr gut zu sein. Im dort Auto Enrolment genannten System bleiben zumindest in den Großunternehmen 90 Prozent bei der Stange. Jedoch: Auch in UK sind wohl kaum die Großunternehmen das Problem der mangelhaften Durchdringung.

 

 

OFF TOPIC:

 

HB (7. Mai): China: Goldimporte klettern auf Allzeithoch

Man stelle sich nur mal einen Augenblick vor, die Chinesen hätten heute noch gar kein Gold und würden für ein Jahr in dem Maße kaufen, wie sie im März gekauft haben: Dann hätten sie bereits ungefähr die gleiche Menge Goldreserven wie Deutschland erreicht. Das kann – auch wenn man die absurden Bewegungen des Goldmarktes der letzten Zeit betrachtet – alles nur zu einem Schluss führen: In the long run, we are all gold.

 

 

DWN (25. April): EU will Anbau von Obst und Gemüse in Gärten regulieren.“

Klingt für sich genommen schon schlimm genug und ist es auch. Aber wir als alte, Brüssel-erfahrene Pensions-Recken sehen das in größerem Zusammenhang. Denn egal ob Saatgut-Regulierung, Solvency II für EbAV, Quecksilberglühbirnen oder Zuwanderung in die Sozialsysteme, die Liste Brüssel-gepushter Fehlentwicklungen ließe sich fortsetzen… Und obendrauf dann noch Schulden- und Haftungstürme babylonischen Ausmaßes, unabtragbar für Generationen. Und was steckt dahinter? Entweder bedient Brüssel jetzt nur noch hemmungslos Konzern- und Lobbyinteressen, gleich welcher Schaden dabei angerichtet wird – ökonomisch, ökologisch, gesundheitlich und sozial. Oder aber hier wird ein wirklich guter Plan gegen die Lebensgrundlagen der Länder Europas umgesetzt. Ist das jetzt schon Verschwörungstheorie?

 

 

HB (8. Mai): Schlammschlacht um das „Killer-Kältemittel.“

Dies hier fügt sich nahtlos in das vorher gesagte. Man fasst es nicht! Zuweilen hat man den Eindruck, als gäbe es einen Rest Verantwortungsbewußtsein nur noch in der deutschen Industrie. Interessant auch, wie GM Schadensersatzansprüche mit Rückrufkosten verglichen haben soll. Wir dachten immer, für so was kommt man hinter Gitter, zumindest in den USA.

 

 

FAZ: (3. Mai): Pressefinanzierung durch Rundfunkgebühr – Da muss das Misstrauen wachsen."

Aber warten wir nur noch ein bisschen, dann wird es vielleicht Artikel wie die oben angeführten bald gar nicht mehr geben? Man muss diese Maßnahme im Zusammenwirken mit anderen Vorstößen in anderen Bereichen sehen, dann ist offenkundig, in welche Richtung der Zug fährt. Jedenfalls ist dies ein Schritt zu einer umfassenden Medienlandschaft komplett von des Staates Gnade. Doch muss sich die Politik in Deutschland bei freiheitsbeschränkenden und demokratiefeindlichen Maßnahmen um keinerlei Protest mehr scheren. Es sei denn es geht um den Neubau eines Provizbahnhofs. Da lässt sich der „Wutbürger“ nichts gefallen. Aber Hallo!

Übrigens ist auch hier die EU nicht weit.

 

 

FAZ (8. Mai): „Die Argumente von George Soros stechen nicht.“

Hans-Werner Sinn versus George Soros: Wissenschaft gegen Zocker. Jeder bilde sich seine Meinung.

 

 



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