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Die kommentierte Presseschau zur bAV

von Pascal Bazzazi, Berlin, 7. Juni 2013

 

Jeden Freitag bringt Leiter-bAV.de eine kommentierte Presseschau zur bAV. Heute: Öko-Test filetiert Direktversicherung, DRV hat wieder gute Ideen, und die Lebensversicherung liefert sich selbst ans Messer.

 

 

Öko-Test (Juni 2013): „Betriebliche Altersvorsorge – Vorsicht teure Falle.“

 

Das Magazin nimmt – nicht zum ersten Mal – die Direktversicherung aufs Korn. Problemfelder sind Kosten, individuell kalkulierte Tarife, Niedrigzins, mangelhafte Transparenz und nicht zuletzt auch limitierte Fördertatbestände der bAV (insbesondere die volle Beitragsbelastung in der Rentenphase). Zum Vergleich mit privaten Policen (die aber im Prinzip vor ähnlichen Problemen stehen) wird die Metallrente herangezogen, und die kommt dabei nicht immer gut weg. Zumindest sahen sich die Berliner zu einer Stellungnahme veranlasst.

 

 

Die Welt (2. Juni): „Rentenkasse greift private Lebensversicherungen an.“

 

Ende letzten Jahres war es bekanntlich noch die zweite Säule, in die die erste einzudringen suchte. Diesmal ist die dritte dran.

 

 

 

DIA (6. Juni): Minister Storm zu Gast in der DIA-Lounge.“

 

Storm verbreitete die Zuversicht, dass nach der Bundestagswahl das Rentensystem weiterentwickelt werde? SPD und Union lägen in einigen Punkten ja gar nicht so weit auseinander? Da denkt einer wohl bereits wieder in den Kategorien der großen Koalition – und angesichts der Bundesratsmehrheiten bleibt ihm wohl auch gar nichts anderes übrig.

 

 

Bild (4. Juni): „Wegen Zins-Rekordtief: Erster Lebensversicherer schafft Garantie-Zins ab.“

 

Oder schafft sich vielmehr die Lebensversicherung selbst ab? Hoffen wir mal, dass die Aufgabe der einzigen echten USP der LV gut überlegt ist…

 

 

Reuters (4. Juni): „Abe will Japans Pensionsfonds für Wachstum nutzen.“

 

Was denn, der staatliche japanische Pensionsfonds ist 850 Milliarden Euro schwer? Röööspäääkt!

 

Aber 60 Prozent davon sind japanische Staatsanleihen? Also der Staat packt seine eigenen Schulden in seinen eigenen Fonds und sagt dann auch noch, das seien Vermögenswerte? Dafür noch mehr Respekt! Alle Gold-Alchemisten des Mittelalters dürften vor Neid erblassen.

 

Also, richtig gerechnet ist der Fonds „nur“ 340 Milliarden schwer (vorausgesetzt die restlichen Assets sind wirklich welche). Übrigens ist das kein asiatisches Problem. Manch deutsches Bundesland verfährt mit seinen Beamtenfonds genauso – und erzählt obendrauf noch was von sicherer Kapitalanlage.

 

 

OFF TOPIC. TO WHOM IT MAY CONCERN ONLY:

 

FAZ (2. Juni): „Früherer Verfassungsrichter Di Fabio: 'Notfalls ist Deutschland zum Euro-Austritt verpflichtet'.“

 

Schon wieder so einer mit spätem Erkenntnisgewinn. Helmut Schmidt hat vor ein paar Jahren die Nachkriegs-Masseneinwanderung nach Deutschland als Fehler bezeichnet. Roman Herzog forderte 2008 in der FAZ großspurig „Stoppt den EuGH“. Muss das, was sich in Deutschland gern als „Elite“ bezeichnet, regelmäßig jahrelang in der Verantwortung war und die Entwicklungen maßgeblich mitgeprägt hat, immer erst in den Ruhestand treten, um die Realität zu erkennen? Fällt ihnen ja alles reichlich früh ein.

 

 

N24.de (5. Juni): „Weibliche Form für Männer an Uni Leipzig – Sehr geehrter Herr Professorin.“

 

In Sachsen wird der Spieß jetzt umgedreht. Hier auch. Ab Montag: www.Leiterin-bAV.de! Versprochen! Die Chefredakteurin.

 



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