Wolfgang Degel im Interview:

Die größte Flexibilität

von Pascal Bazzazi, Berlin; München, 13. Juni 2018

Verwaltungsaufwand gering halten, funktionierende Modelle dürfen nicht beschädigt werden, sowie ein Bekenntnis zur Direktzusage – und im Opting-out die Mitarbeiter an das Opting-in erinnern. Mit Wolfgang Degel sprach für die dpn Pascal Bazzazi.

 

Grundsätzlich erwarten wir, dass Unternehmen mit bestehenden, gut funktionierenden Altersvorsorgesystemen eine Option zur Teilnahme haben.“ Das sagte Wolfgang Degel, Pensions-Chef der BMW AG, im Gespräch mit der dpn auf die Frage, was es für BMW bedeuten würde, vereinbarten die betreffenden Tarifparteien ein Sozialpartnermodell. „Wir würden dann prüfen, ob es Teile unserer Versorgungslandschaft gibt, die auch in einem Sozialpartnermodell gut aufgehoben wären. Deshalb verfolgen wir die Gespräche der Tarifvertragsparteien sehr aufmerksam,“ so Degel weiter.

 

Degel erläuterte in dem Gespräch, wie und warum der bayerische Autobauer nahezu ausschließlich mit der Direktzusage, dies teilgefundet, operiert. Die Direktzusage biete die größte Flexibilität, bspw. in der Leistungsphase: In den Zusagen gibt BMW den Mitarbeitern die Möglichkeit, zwischen zehn und zwanzig Jahresraten flexibel zu wählen. Bei der Entgeltumwandlung lässt man auch weniger Raten zu, ebenso eine Einmalzahlung. „Das können Sie praktisch nur in der Direktzusage abbilden“, betont Degel die Vorzüge des Durchführungsweges, und „ein Pensionsfonds sieht grundsätzlich eine lebenslange Rente vor und gestattet eine Einmalzahlung, aber keine Ratenpläne.“

 

Externe Durchführungswege nutzt BMW daher nur für bestimmte ausgewählte Teilgebiete, zum Beispiel in der BU über die Altersvorsorge oder den bAV-Riester. „Dies wollen wir intern nicht abwickeln“, so Degel in dem Gespräch.

 

Degel wies auch darauf hin, dass der Koalitionsvertrag den Dialog mit der Versicherungswirtschaft zur Entwicklung eines attraktiven standardisierten Riester-Produkts vorsieht: „Sollte damit auch die bAV gemeint sein, ist bemerkenswert, dass man bei Riester auf Standard setzt, während beim Sozialpartnermodell die Steuerung durch die Tarifparteien erfolgen muss. Wenn dagegen nur der private Riester gemeint ist, dann stellt sich die Frage, warum der betriebliche Riester aufgewertet und nicht abgeschafft wurde.“

 

Außerdem sprach Degel mit der dpn unter anderem über die Ergebnisse bei der Umstellung auf DC bei BMW, über die Aufgabe, den Aufwand bei Opting-out-Systemen gering zu halten, und über Möglichkeiten, Mitarbeiter, die ausoptiert haben, wieder für die bAV zu gewinnen.

 

Das gesamte Interview findet sich als pdf hinter dem Foto und ist als Print in der aktuellen Ausgabe der dpn deutsche Pensions- und Investmentnachrichten, Ausgabe April, Mai 2018 erschienen.

 

 







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