EIOPA legt Financial Stability Report vor (V):

Gute 3,5 Billionen Euro

von Pascal Bazzazi, Berlin, 4. Februar 2015

 

Gestern hat Leiter-bAV.de über den allgemeinen Teil des „Financial Stability Reports December 2014“ der EIOPA berichtet. Heute folgt die Auswertung des Kapitels zum betrieblichen Pensionswesen.

 

 

In seinem 4. Kapitel „The European Pension Fund Sector“ befasst sich der Bericht weniger mit konkreten Risiken, sondern wendet sich eher deskriptiv der europäischen Pensionslandschaft zu. Die Informationen über den gut 3,5 Billionen Euro schweren betrieblichen Pensionssektor sind dabei durchaus aufschlussreich, Auszüge:

 

Entwicklung der Plan Assets europaeischer IORPs im EWR 2008 bis 2013 laut Financial Stability Report December 2014 der EIOPA.

Entwicklung der Plan Assets europaeischer IORPs im EWR 2008 bis 2013 laut Financial Stability Report December 2014 der EIOPA.

 

 

Despite a clear trend towards DC schemes, DB schemes still represent the largest part of the sector and the share of DC schemes is relatively limited in terms of assets (26% in 2013).

 

[…]

 

Total assets by occupational pension funds increased by 6% in 2013 following growth of 13% in 2012 (Figure 22). Two countries, the UK and the Netherlands, still account for most of the European occupational pensions sector (87.8 per cent).“

 

Anteile ausgewaehlter EWR-Staaten an den Plan Assets europaeischer IORPs 2013 laut Financial Stability Report December 2014 der EIOPA.

Anteile ausgewaehlter EWR-Staaten an den Plan Assets europaeischer IORPs 2013 laut Financial Stability Report December 2014 der EIOPA.

 

 

Dabei sind die Daten partiell gegenüber dem Bericht vom Mai 2014 offenbar etwas aktualisiert worden. Deutschland belegt mit nun 5 Prozent Anteil weiter den dritten Rang, im Mai waren es noch über 6 Prozent gewesen (jedoch dürfte diese Abweichung erstens unterhalb der Messgenauigkeit liegen, und zweitens müsste man für ein korrektes Bild die rückstellungsfinanzierte und teilweise CTA-gedeckte bAV in Deutschland in die Betrachtung einbeziehen).

 

Entsprechend ist hierzulande die Penetration Rate (der Anteil der betrieblichen Planvermögen am BIP) für eine alternde Industrienation mit ungedeckter erster Säule mit rund 6,5 Prozent weiter erschreckend schwach.

 

 

Penetration Rate  der Plan Assets in ausgewaehlten EWR-Staaten 2011 bis 2013 laut Financial Stability Report December 2014 der EIOPA.

Penetration Rate der Plan Assets in ausgewaehlten EWR-Staaten 2011 bis 2013 laut Financial Stability Report December 2014 der EIOPA.

 

Die europäischen IORPs sind weiter sichtlich offensiver investiert als die Assekuranz:

 

Due to the long-term horizon of pension funds, equity generally represents a much higher share of investments in the pension fund sector than in the insurance sector (approximately 32 per cent for 2013).“

 

 

Investment Allocation der Plan Assets europaeischer IORPs im EWR 2011 bis 2013 laut Financial Stability Report December 2014 der EIOPA.

Investment Allocation der Plan Assets europaeischer IORPs im EWR 2011 bis 2013 laut Financial Stability Report December 2014 der EIOPA.

 

 

Wenig überraschend daher:

 

Investment returns of pension funds were positive, largely due to the increase in equity prices in developed markets.“

 

 

Rendite der Plan Assets europaeischer IORPs im EWR 2011 bis 2013 laut Financial Stability Report December 2014 der EIOPA.

Rendite der Plan Assets europaeischer IORPs im EWR 2011 bis 2013 laut Financial Stability Report December 2014 der EIOPA.

 

 

Politische Risiken für IORPs – beispielsweise die in Osteuropa bereits in der Vergangenheit zu beobachtenden enteignungsartigen Maßnahmen – spricht die Behörde übrigens erneut nicht an. Auf Nachfrage hatte EIOPA gegenüber Leiter-bAV.de dies schon im Mai 2014 damit erklärt, dass es sich hierbei um rein nationale Risiken handele.

 

Die Berichterstattung zum allgemeinen Teil des Reports findet sich hier.

 

 

Anmerkung: Leiter-bAV.de beobachtet seit Jahr und Tag intensiv die EIOPA und verlinkt dabei regelmäßig und in sehr großer Zahl auf die entsprechenden EIOPA-Dokumente. Nachdem die Behörde nun jüngst ihren Internetauftritt überarbeitet hat, scheinen die Links sämtlich b.a.W. nicht mehr gültig zu sein. Will man Zugriff auf die alten Dokumente haben, bleibt daher zumindest derzeit im Wesentlichen nur das manuelle Durchforsten der EIOPA-Rubriken oder die (nicht immer suffiziente) manuelle Suche (den Erfahrungen der LbAV-Redaktion nach ist die Suche über Google dabei übrigens erfolgversprechender und zielführender als über die Suchfunktion auf der neuen EIOPA-Homepage). Wir bitten um Verständnis.

 

 

 

 

IN EIGENER SACHE:

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