BaFin-Stresstest:

Elf PK-Durchfaller

von Pascal Bazzazi, Frankfurt, 21. Mai 2014

 

Bei dem letzten Stresstest der BaFin sind elf Pensionskassen durchgefallen, vier mehr als im Vorjahr. Das bestätigte die Anstalt gegenüber Leiter-bAV.de am Rande ihrer gestrigen Jahrespressekonferenz in Frankfurt am Main.

 

Von 146 unter Bundesaufsicht stehenden Pensionskassen haben deren 131 einen Stresstest zum Stichtag 31. Dezember 2013 vorgelegt. 18 Unternehmen befreite die BaFin von der Vorlagepflicht, drei dieser Pensionskassen haben den Stresstest trotz Befreiung vorgelegt. Elf Pensionskassen haben den Stresstest in einem oder mehreren Szenarien nicht bestanden. Von diesen elf haben drei Pensionskassen alle vier Szenarien nicht bestanden, eine Kasse hat drei Szenarien nicht bestanden, drei Kassen haben zwei Szenarien nicht bestanden und vier Pensionskassen haben ein Szenario nicht bestanden.

 

Laut BaFin handelt es sich bei den elf Pensionskassen um kleinere Pensionskassen, die nicht zu den 20 größten Unternehmen der Branche gehören. Fünf der elf durchgefallenen Pensionskassen sind für den Neuzugang bereits geschlossen. „Die Unterdeckungen der aufsichtsrechtlichen Mindestanforderung sind in der Regel gering,“ so die Anstalt zu Leiter-bAV.de.

 

Drei der elf Pensionskassen erfüllen die Solvabilitätsvorschriften nicht und haben den Stresstest deshalb nicht bestanden. Die durchgefallenen Pensionskassen hätten in Absprache mit der BaFin bereits Maßnahmen zur Verbesserung der Risikotragfähigkeit oder Erfüllung der Solvabilitätsvorschriften ergriffen oder werden diese ergreifen, und zur Beobachtung der weiteren Entwicklung würden quartalsweise Stresstests angefordert, erläuterte die Aufsicht weiter.

 

 

Felix Hufeld, Exekutivdirektor Versicherungsaufsicht, auf der Pressekonferenz der BaFin am 20. Mai in Frankfurt. Foto BaFin/Eschweiler

Felix Hufeld, Exekutivdirektor Versicherungsaufsicht, auf der Pressekonferenz der BaFin am 20. Mai in Frankfurt. Foto BaFin/Eschweiler

 

 

Um welche Kassen es sich bei den Durchfallern handelt, teilt die BaFin grundsätzlich nicht mit. Ebensowenig macht die Anstalt Angaben darüber, ob es sich um regulierte oder deregulierte Kassen handelt und inwieweit die Durchfaller identisch mit denen der Vorjahre sind.

 

Zum Ende des Jahres 2012 waren anfangs noch acht, später nach aktualisierten Zahlen sieben Durchfaller unter den beaufsichtigten Pensionskassen gewesen.

 

 

Einzelheiten zu Test und Szenarien

 

Die deutschen Versicherer und Pensionskassen hatten bis Ende März dies Jahres die Ergebnisse des aktuellen BaFin-Stresstests mit Bilanzstichtag 31. Dezember 2013 vorgelegt. Gerechnet wurden die folgenden vier Szenarien:

  • Isoliertes Rentenszenario: Kursrückgang festverzinsliche Wertpapiere um 10 Prozent.
  • Isoliertes Aktienszenario: Kursrückgang Aktien um 22 Prozent.
  • Renten- und Aktienszenario: Kursrückgang Aktien um 15 Prozent sowie gleichzeitig Kursrückgang festverzinsliche Wertpapiere um 5 Prozent.
  • Aktien- und Immobilienszenario: Kursrückgang Aktien um 15 Prozent sowie gleichzeitig Marktwertrückgang Immobilien um 10 Prozent.

 

Alle Tests erfolgten entsprechend Indexstand zum 31. Dezember 2013 und zuzüglich der Berücksichtigung von Bonitätsrisiken

 

Der Vollständigkeit halber: Bei den 88 getesteten Lebensversicherern (zwei der 90 beaufsichtigten Unternehmen sind von der Vorlagepflicht befreit) gab es wie in den beiden Vorjahren keine Durchfaller. Auch die 42 vorlagepflichtigen Krankenversicherer bestanden sämtlich. Von 181 vorlagepflichtigen Schaden-/Unfallversicherern fielen sieben – laut BaFin sämtlich kleine Häuser ohne Marktauswirkung – in einem oder mehreren Szenarien durch.

 

Weitere detaillierte Informationen zum BaFin-Stresstest finden sich auf der BaFin-Homepage.

 


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