Thank God it's Friday:

Die kommentierte Presseschau zur bAV

von Pascal Bazzazi, Euskirchen, 1. August 2014

 

Jeden Freitag bringt Leiter-bAV.de eine kommentierte Presseschau zur bAV. Heute: Это не очень приятно.
 

RP-online.de (28. Juli): „WDR: 2,9 Millionen für Buhrow-Pension.“

Die Rheinische Post hat im WDR-Geschäftsbericht nachgelesen, ob man im öffentlich-rechtlichen Rundfunk – bekanntlich zwanggebührenfinanziert – gut verdienen und sich „standesgemäß“ versorgen lassen kann. Man kann.

 

 

DWN (28. Juli): „Schwere Verluste – Norwegischer Pensionsfonds muss russische Investments neu bewerten.“

Russland scheint eine Bedrohung für ausländische Investitionen zu sein“, zitiert der Beitrag einen norwegischen Politiker. Ist das wahr? Oder Teil einer antirussischen Kampagne (so wie es wohl diejenigen sehen, die von Westmedien simplifizierend als „Putin-Versteher“ verballhornt werden)? Wie dem auch sei, das ist für Außenstehende kaum zu beurteilen. Sicher ist allerdings, dass solche Statements in der Welt der scheuen Rehe schnell zur Self-fullfilling Prophecy werden können – sei es mit Absicht oder ohne. Это не очень приятно.

 

 

 

FAZ (31. Juli): „Rendite auf Rekordtief – Deutsche Anleihen bringen fast nichts mehr.“

In der Tat: Kann man – vor allem aus Sicht der nur noch bemitleidenswerten VAG-Anleger – bei einem Investment, das zwar ausfallsicher scheint, aber so gut keine Rendite bringt, überhaupt noch von einem „sicheren Hafen“ sprechen?

 

 

OFF TOPIC – TO WHOM IT MAY CONCERN

 

Focus.de (29. Juli): „Crash-Propheten warnen: „Anleger werden 90 Prozent ihres Vermögens verlieren.“

Die wesentlichen Thesen des Beitrags vertritt auch Leiter-bAV.de seit Jahr und Tag, das wissen besonders die Leser der Presseschau. Es sei hinzugefügt: Wenn es den Notenbanken nicht gelingt, mit immer neuen Geldmengen das System über den Point of no Return zu bringen (also die Realwirtschaft mit immer neuem QE-Brennstoff so wie gegenwärtig auf unbestimmte Zeit einigermaßen krisenfrei weiter laufen zu lassen), werden sich die ursprünglichen Gesetze der Marktwirtschaft und des Kapitalismus – denen man besser von Anfang an ihren Lauf gelassen hätte – eines Tages brutal zurückmelden. Doch man beachte: Der Zerfall der Sowjetunion und des Ostblocks Ende der 80er und Anfang der 90er Jahre hat gezeigt, dass große Systeme viel länger stabil sind, als man denkt, um dann auf einmal viel schneller zusammenzubrechen, als man gedacht hätte.

 

 

Zeit.de (30. Juli): „Russland droht Europa mit höheren Energiepreisen.“

Rettet Putin damit Europa? Schließlich sind steigende Energiepreise regelmäßig einer der wichtigsten Inflationstreiber. Und ist Inflation nicht das, wovon uns täglich erzählt wird, dass wir davon dringend viel, viel mehr brauchen? Weil es sie ja gar nicht gibt (außer natürlich auf den Bondmärkten, den Aktienmärkten, den RealEstateMärkten und wo sonst noch alles). Vielleicht wird die EZB Putin ja zum Ehrendirektor mit dauerhaftem Sitz im Direktorium berufen? Zum Dank, dass er die heißersehnte Inflation nach Europa gebracht hat. Oder wird eher umgekehrt ein Schuh draus? Denn wenn durch steigende Energiepreise dann irgendwann die Inflation endlich auch auf die Statistiken durchschlägt, verliert die EZB ein weiteres ihrer Argumente, warum die hartnäckige Niedrigzinspolitik so alternativlos sein soll. Erst waren es ja die hohen Zinsen für die Südstaaten (mittlerweile längst wieder auf homöopathischem Niveau angelangt), dann musste eine vorgebliche Kreditklemme herhalten (die sich durch Geldpolitik ohnehin nicht beheben ließe, so es sie denn gäbe), und jetzt will Putin der EZB auch noch die schöne Deflationslegende zerschießen? Это тоже не очень приятно.

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