Thank God it's Friday:

Die kommentierte Presseschau zur bAV

von Pascal Bazzazi, Köln am Rhein, 27. Juni 2014

 

Jeden Freitag bringt Leiter-bAV.de eine kommentierte Presseschau zur bAV. Heute: Krankenkassenbeiträge und kein Ende.

 

Welt.de (23. Juni): „Bei der Betriebsrente greift der Staat später zu.“

Die Welt widmet sich der bAV im Allgemeinen und der Problematik der nachgelagerten Belastung mit den Beiträgen zur Kranken- und Pflegeversicherung im Besonderen. Eben diese Problematik – wohl das bedeutendste taktische (nicht strategische) Hemmnis der deutschen bAV – findet sich derzeit verstärkt (man möchte fast sagen: kampagnenartig) in der Presse. Im Gegensatz zu den meisten anderen Berichten zu dem Thema erwähnt die Welt auch, dass Privatversicherte hiervon nicht betroffen sind – angesichts eines gegen die PKV eingestimmten medialen Umfeldes in Deutschland keine Selbstverständlichkeit.

 

 

Stuttgarter-Nachrichten.de (26. Juni): „Hohe Beitragsbelastung – Keine Hoffnung für Betriebsrentner.“

Gleiches Thema, schlechte Nachricht, doch alles andere als irgendwie überraschend: Die Bundesregierung teilt der Zeitung mit, dass sie derzeit keine Absicht habe, an der Regelung etwas zu ändern.

 

 

Bund der Versicherten (26. Juni): „Angriff auf das Geld der Kunden in neuer Verordnung versteckt.“

Im Schatten des LVRG schleicht sich eine bisher kaum beachtete weitere Regulierung heran, die der Bund der Versicherten im Verdacht hat, dass sie den Versicherten dauerhaft Milliarden vorenthalten wird, und gegen die er hier entsprechend Stellung nimmt.

 

 

Welt.de: (26. Juni): „Schuldenkrisen – Auch die Sparer sollen zahlen – IWF will Anleger teilweise enteignen.“

Lebensversicherte? Sparer? Will der IWF teilweise enteignen? Das ist ja ganz was neues. Passiert nur via Niedrigzins und Asset Inflation schon seit Jahren. Ist das in Washington nicht angekommen, oder will man es nicht besser wissen?

 

 

OFF TOPIC – TO WHOM IT MAY CONCERN

 

HB (19. Juni): „100 Jahre einzahlen – Rechnungshof kritisiert Bankenabgabe als zu gering.“

Hier von berufener, wohl über alle Zweifel erhabener Stelle ein Hinweis darauf, wie sich die Politik bei ihrer Rettungspolitik nicht nur grundsätzlich, sondern auch operativ regelmäßig vergaloppiert.

 

 

FAZ (25. Juni): „Schweden und Niederlande wollen Juncker akzeptieren.“

Juncker ante portas. Der von den Wählern seines Heimatlandes frisch entsorgte Ex-Dauer-Ministerpräsident Luxemburgs, den die Hamburger Zeit im Februar als „Europäer von gestern“ bezeichnete“, ist nun als Kommissionspräsident wohl nicht mehr zu verhindern. Damit kommt nun das, was David Cameron mit Fug und Recht als „Weiter so“ kritisiert hat. Stellt sich nur noch die Frage, ob die Bedenken Camerons gleichwohl irgendwie berücksichtigt werden – vor allem für unsere Branche wäre eine kompensatorisch an Großbritannien fallende Binnenmarkt-Direktion nichts weniger als eine Revolution – oder ob diese stumpf übergangen werden. Dann müsste man sich ernsthaft die Frage stellen, ob man sich in Berlin – wie Leiter-bAV.de in einer früheren Presseschau geschrieben hatüberhaupt „wirklich bewusst ist, in welcher Lage sich David Cameron befindet: Bei der Europawahl von der UKIP geschlagen, eine Volksabstimmung über den Verbleib des Landes in der EU vor der Tür und eine zweite, die mit dem Abfall Schottlands das Ende des Vereinigten Königreiches in dieser Form bedeuten könnte. Überhaupt nicht ausreichend im Kalkül hat man in Berlin und Brüssel dabei offenbar die Tatsache, dass in UK das Mehrheitswahlrecht (Winner takes all) gilt. Dieses führt zwar zu stabilen Mehrheiten in der jeweiligen Legislaturperiode, tendiert aber zu erdrutschartigen Veränderungen über Legislaturperioden hinweg. Entsprechend verweigert sich der britische Premier – in Einmütigkeit mit Leiter-bAV.de – mit Verve gegen ein Weiter-so, für das Juncker wie kein zweiter stünde. Prognose von Leiter-bAV.de: Cameron hat sich angesichts des Drucks, unter dem er zu Hause steht, in einer Art und Weise aus dem Fenster gelehnt, die kein Zurück mehr zulässt. Werden die ewig Gestrigen in der EU und den Mitgliedsstaaten Juncker gegen die britischen Bedenken auf den Schild heben, werden nicht nur die Sektkorken bei der UKIP knallen, sondern mittelfristig auch die Tories in Großbritannien die Seiten wechseln – hin zu den Austrittsbefürwortern. Sie können gar nicht anders. Mittelfristiges Fazit: Kommt Juncker, geht Großbritannien.“


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