Thank God it's Friday:

Die kommentierte Presseschau zur bAV

von Pascal Bazzazi, Köln am Rhein, 28. Februar 2014

 

Jeden Freitag bringt Leiter-bAV.de eine kommentierte Presseschau zur bAV. Heute: Ruhig Blut bei Obligatorium, LV wieder mit schlechter Presse, FAZ rechnet anders.

 

Tagesspiegel (23.2.): „Koalition prüft Pflicht zur Betriebsrente.“

 

Ruhig Blut. Wenn MdB Peter Weiß laut Artikel sagt: „Es wird über ein Opting-out diskutiert werden“, dann sagt er nichts anderes als das, was Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles auf der MCC-Tagung am 18. Februar auch gesagt hat, nämlich dass es keine Tabus geben wird, genaueres hier.

Was heißt das nun? Noch gar nichts. Insofern wirkt die Headline etwas dick aufgetragen.

Und zur Aussichtslosigkeit bei der Beitragspflicht hat sich jüngst eine Parlamentarische StS geäußert.

 

 

Focus-Money.de (21. Februar): „Intransparent und teuer – Die besten Auswege aus dem Dilemma Lebensversicherung.“

 

Das Magazin befasst sich mit Sinn und vor allem Unsinn der LV. Der Beitrag geht in die gleiche Stoßrichtung wie der Artikel im KStA in der Presseschau der letzten Woche.

 

 

FAZ (26.2.): „Vermögensverteilung – Wie die Rente Arm und Reich gleicher macht.“

 

Allenthalben hieß es in den Medien, die Vermögensverteilung (Gini-Koeffizient, aber auch Median) in Deutschland sei im europäischen Vergleich besonders unfair. Ohne die Zahlen infrage stellen zu wollen, doch dies widerspricht jeder subjektiven Lebenserfahrung, wenn man Europa, besonders Südeuropa, bereist hat und kennt. Die FAZ macht ohnehin eine andere Rechnung auf.

 

 

OFF TOPIC – TO WHOM IT MAY CONCERN

 

HB (25.2.): „Deutschland schafft Mini-Haushaltsplus.“

 

Das ist eine gute Nachricht, aber angesichts der Rekordbeschäftigung wohl auch nicht zu viel verlangt und – da eben dieser Rekordbeschäftigung geschuldet – eher ein konjunktureller Erfolg denn ein nachhaltiger und struktureller.

 

 

Tagesanzeiger.ch (25. Februar): „UBS kann sich in Deutschland freikaufen.“

 

200 Millionen? Nun, klingt erstmal gut, ist aber für ein Haus wie die UBS wohl eher eine der leichteren Übungen – insbesondere, wenn man die Maßstäbe der US-Maßnahmen anlegt, mit denen Schweizer Banken sonst so konfrontiert sind.

 

Jedoch: Bei der Staatsanwaltschaft Bochum sollte man sich nicht von absolut großen Zahlen beeindrucken lassen, sondern mit dem spitzen Stift und dem relativen Denken institutioneller FDL-Profis rechnen: Wenn der Bericht stimmt, dass die Deutschen 30 Milliarden Franken bei der UBS in der Schweiz halten und davon zwei Drittel unversteuert sein sollen, dann entspricht dies einem Schwarzgeldvermögen von 16 bis 17 Milliarden Euro. Gehen wir dabei mal von einer Vermögensverwaltungsgebühr von einem Prozent p.a. aus (die bei Schwarzgeld in der Praxis deutlich höher liegt), so kommt man allein bei dieser zurückhaltenden Rechnung auf bloße Asset-Management-Gebühren von 160 bis 170 Millionen Euro. Hinzu treten noch Kosten vor allem für Ausgabeaufschläge, Performance Fees und KickBacks, ggf. je nach Struktur sogar für Fondsadmin und Custodians et cetera. Summa summarum verlangt Deutschland von der UBS damit deutlich weniger, als diese in einem Jahr allein an Gebühren aus diesem Schwarzgeld zieht.

 

 

 

In eigener Sache: Die nächste Ausgabe von Leiter-bAV.de erscheint voraussichtlich Aschermittwoch.

 


Leiter-bAV
Artikel per Email empfehlen