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Die kommentierte Presseschau zur bAV

von Pascal Bazzazi, Frankfurt am Main, 17. Januar 2014

Jeden Freitag bringt Leiter-bAV.de eine kommentierte Presseschau zur bAV. Heute: Japan, Deutschland, Norwegen – Nahles, Barnier, Tusk.

 

FAZ (10. Januar): „Altersvorsorge in Japan – Pensionsfonds im Dienst der Abenomics.“

 

Zitat: „Öffentliche Vorsorgeeinrichtungen sollen riskanter anlegen.“ Also statt Staatsanleihen Aktien? Nun, das kann man auch anders interpretieren: Wenn ein staatlicher Pensionsfonds für Beamte nun in Aktien investiert statt in die Staatsanleihen eben desjenigen Staates, der die Pensionen ohnehin zu bezahlen hat, dann ist das von dem Pensionsfonds nicht ein riskanteres Anlegen, sondern erst mal ein Anlegen überhaupt. Denn ein staatlicher Pensionsfonds für Beamte, der die eigenen Staatsschulden kauft, ist in dieser Höhe faktisch nicht gefundet, sondern umlagefinanziert. Insofern kann man den 112 Billionen Yen schweren GPIF mit seinen derzeit 67 Prozent japanischen Govies auch kaum als größten Pensionsfonds der Welt bezeichnen.

 

Doch falls eben diese Welt so leichtgläubig ist, dann hier von Leiter-bAV.de exklusiv für die geneigten Leser aus den Ministerien und Behörden der ultimative Tipp zur Lösung der Frage nach den ungedeckten deutschen Beamtenpensionen: Einfach für drei Billionen Euro Bunds emittieren, mit dem Emissionserlös eben diese Bunds wieder aufkaufen (am besten direkt beim Konsortium), in einen Pensionsfonds zur Deckung der Beamtenpensionen stecken und aller Welt erzählen, dass die deutschen Beamtenpensionen nun krisensicher und AAA-gefundet seien und man im übrigen nun über den größten Pensionsfonds der Welt verfüge. Auf die gleiche Weise könnte man der deutschen Rentenversicherung auf die Sprünge helfen. Liebe Beamte, die Anschrift zur Zusendung des Bundesverdienstkreuzes finden Sie im Impressum.

 

Noch am Rande: Für Shinzo Abe ist es ein leichtes, seinem Pensionsfonds zu sagen, er möge weniger japanische Staatsanleihen kaufen – hat er doch eben für diese einen ungleich solventeren Käufer aufgetan: die japanische Notenbank.

 

 

HB: (14. Januar): „Deutschland mit höherem Exportüberschuss als China.“

 

Grundsätzlich hätte Deutschland die oben vorgeschlagenen Taschenspielertricks gar nicht nötig, wie diese Meldung hier belegt. Man exportiert zwar keine Rohstoffe, dafür aber Autos und Maschinen, und zwar mal wieder in Rekordgrößenordnungen. Dass Deutschland nicht in der Lage ist, diese Exportstärke in allgemeinen Wohlstand umzusetzen, sondern Rekordexportüberschüsse, Rekordbeschäftigung und Rekordsteueraufkommen in erster Linie in Rekordstaatsverschuldung und Rekorddefizite umsetzt, ist in den Presseschauen auf Leiter-bAV.de schon des öfteren kritisiert worden – und es wird wohl auch in Zukunft weiterhin genügend Anlass hierzu geben. Norwegen dagegen – wo die Exporterlöse aus Rohstoffen kommen statt aus Maschinen, aber das spielt keine Rolle – zeigt, wie man mit solchen Erträgen wohlstandsfördernd umgeht. Das Land verfügt über einen Pensionsfonds, der diesen Namen auch verdient und der mit echten Assets gefundet ist, die ausschließlich im Ausland lokalisiert sind.

 

 

FAZ (11. Januar): „Nahles will mehr Steuer-Milliarden für die Rente.“

 

Nachhaltiger als die oben von Leiter-bAV.de vorgeschlagene Strategie ist die der Andrea Nahles auch nicht.

 

 

Reuters.de (14. Januar): „Franzose Barnier will Präsident der EU-Kommission werden.“

 

Das wäre zwar nicht so absurd wie eine Berufung des in seinem Heimatland vom Wähler frisch ausrangierten Luxemburgers Junker, aber ebensowenig ein Neuanfang, wie ihn die EU doch ach so bitter nötig hätte. Und dass ein Kommissionspräsident Barnier eine gute Nachricht explizit für die unternehmenseigenen EbAV Europas wäre, darf man mit Fug und Recht bezweifeln. Favorit der Redaktion – wenn es denn jemand aus dem Kreis der Etablierten sein muss und ein Deutscher ohnehin niemals in Frage kommt – bleibt der Pole Donald Tusk.

 


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