Thank God it's Friday:

Die kommentierte Presseschau zur bAV

von Pascal Bazzazi, Köln, 22. November 2013

 

Jeden Freitag bringt Leiter-bAV.de eine kommentierte Presseschau zur bAV. Heute: Niedrigzins pressiert weiter, die Vorzüge der bAV und eine schwierige Diskussion.

 

FAZ (16. November): „Niedrigzins belastet betriebliche Altersvorsorge.“

 

FAZ-Beitrag darüber, wie sich die bAV angesichts des Niedrigzinses im wesentlichen passabel schlägt, manch eine PK aber angeblich bereits das Tafelsilber verkaufen soll. Komplexe Thematik, aber bei der FAZ wie üblich – im Gegensatz zu vielen anderen Medien – nur mit kleinen Fehlern (Rückstellungen belaufen sich nicht auf 500 Mrd., PSV stützt nicht den Arbeitgeber).

 

 

WiWo (16. November): „Die Vorzüge einer Betriebsrente.“

 

Die WiWo diskutiert das Für und Wider mit dem Fazit, dass eine bAV in den Vorsorge-Mix gehört. Am Ende auch kleine Opting-Out-Diskussion um die Positionen von DGB und GDV.

 

 

Bild.de (16. November): „Weniger Rente für Kinderlose?“

 

Keine einfache Diskussion. Was ist mit denen, die keine Partner finden und ergo keine Kinder haben? Was ist mit denen, die keine Kinder kriegen können? Mit denen, deren Kinder gestorben sind?

 

 

Portfolio International (15. November): „Invaliditätsschutz im Kollektiv.“

 

Die Redaktion checkt die neue bAV-Rückdeckungsversicherung der Zurich. Und scheint hier wenig überzeugt zu sein.

 

 

 

OFF TOPIC – TO WHOM IT MAY CONCERN

 

HB (20. November): „Daniele Nouy – Französin soll europäische Bankenaufsicht führen.“

 

Es ist wirklich beneidenswert, wie die Franzosen stets in der Lage sind, entscheidende Posten mit ihren Leuten zu besetzen.

 

 

FAZ (19. November): „Koalitionsverhandlungen – Hauptsache Regieren.“

und

HB (20. November): „Götterdämmerung für die Union.“

 

Leiter-bAV.de vertritt schon länger die Meinung, dass die CDU im Prinzip in derselben Falle steckt wie die FDP – nämlich der der selbstgewählten Profillosigkeit – jedoch die Problematik nur wegen der größeren strategischen Tiefe der Union noch nicht deutlicher zutage tritt. Nicht umsonst hat die Partei mit der Frau ohne Eigenschaften an der Spitze vor der Bundestagswahl die Landtagswahlen gleich im Dutzend verloren. Und die bürgerliche Rechte, die der Union bei der Bundestagswahl zu ihrem starken Ergebnis verholfen hat, dürfte ihr Kreuz bei den Christdemokraten in erster Linie aus Verlegenheit heraus gemacht haben. Die SPD dagegen muss sich trotz ihrer Wahlniederlage im Bund nicht grämen, spielt ihr doch die strategische Situation – anders als die Union kann sie grundsätzlich mit allen koalieren – in die Hände. Als Leiter-bAV.de daher unmittelbar nach der Bundestagswahl trotz des desaströsen Ergebnisses der Sozialdemokraten diese als Wahlsieger sah und prognostizierte, dass Sigmar Gabriel die Union nun „am Nasenring durch die Manege führen“ werde, erntete die Redaktion vereinzelte Kritik (auch wegen der zugegeben reichlich derben Wortwahl, aber die Presseschau auf Leiter-bAV.de ist nun mal nicht das literarische Quartett). Doch eben diese prompte Prognose scheint sich nun zu bewahrheiten und findet exemplarisch und nicht ohne Empörung in Handelsblatt und FAZ ersten Niederschlag in den Leitmedien (sogar der Begriff des „Nasenrings“ findet sich im HB wieder). Zwar ist noch keinerlei Koalitionsvertrag unterzeichnet, doch ist greifbar, wie sehr die SPD die Diskussion dominiert und die Union nicht ansatzweise Akzente zu setzen in der Lage scheint. Und der Michel, der eben diese CDU mit fast absoluter Mehrheit ausgestattet und die SPD entsprechend gestutzt hat, reibt sich vor soviel Aufeinandertreffen von roter Chuzpe einerseits und schwarzer Schwäche andererseits verwundert die Augen. Insofern wären Neuwahlen, von denen zuweilen gesprochen wird, die sauberste Lösung. Doch die, seien Sie gewiss, lieber Leser, wird es nicht geben, könnten doch die beiden großen Parteien, die über ein Scheitern ihrer Koalitionsverhandlungen diese herbeiführen müssten, nur verlieren (wobei völlig unklar ist, ob die FDP in der Lage wäre, sich als echte liberale Kraft neu zu entdecken und die AfD sich zu etablieren). Es sei denn, die Parteibasis der SPD macht ihrem Partei-Establishment noch einen richtigen Strich durch die Rechnung.

 

 

Das Beste zum Schluss:

 

FAZ (19. November): „BDA-Chef Kramer Arbeitgeberpräsident irritiert die Kanzlerin.“

 

Zitat: „Bestellen Sie bitte nichts, was Sie nicht bezahlen können.“ Der neue BDA-Präsident nimmt auch vor der Kanzlerin kein Blatt vor dem Mund. Das ist angesichts des im vorigen Kommentar geschilderten nur zu begrüßen. Hoffen wir, dass er sein Rückgrat behält.


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