Thank God it's Friday:

Die kommentierte Presseschau zur bAV

von Pascal Bazzazi, Palma de Mallorca, 15. August 2013

Jeden Freitag bringt Leiter-bAV.de eine kommentierte Presseschau zur bAV. Heute: Wie man Staatsschulden richtig berechnet, wo die Inflation ankommt und wie die Menschen die Lüge spüren.

 

DIA (im August): „Riesterrente oder bAV – was ist vorteilhafter?“

Riester-Rente versus Direktversicherung. Pauschale Urteile nicht möglich. Außer, dass bei dem Niedrigzins das alles nicht vom Hocker haut.

 

FAZ (9. August): „465,4 Milliarden Euro – Pensionslast auf öffentlichen Haushalten wächst.“

Die hier genannten Größenordnungen sind zurückhaltend. Horst Köhler, gelernter Banker und weiland sicher aus guten Gründen zurückgetretener Bundespräsident, sagte schon 2005, also Jahre vor dem Beginn der Finanzkrise, auf einer Veranstaltung der BDA: „Der aktuelle Schuldenstand (1,4 Billionen Euro) und die Anwartschaften in den Sozialversicherungen (5,7 Billionen Euro) belaufen sich auf insgesamt 7,1 Billionen Euro.“ Nun, seitdem dürfte das ein oder andere Billiönchen hinzugekommen sein. Einen Blick in die nahe Zukunft gibt es hier.

 

Die Welt (15. August): „Bund muss neue Milliarden in Rentenkasse pumpen.“

Das ergänzt sich gut mit der vorherigen Meldung. Wie ein nachhaltiges und zukunftsfähiges Rentensystem aussieht, findet sich hier und ausführlich hier.

 

OFF TOPIC. TO WHOM IT MAY CONCERN:

FAZ (8. August): „Fannie Mae und Freddie Mac – Amerika verdient bald mit der Rettung der Hypothekenbanken.“

Man kann eine Bankenrettung geschickt (USA) oder ungeschickt (Deutschland) gestalten. Doch die in den USA nun im Raum stehenden Größenordnungen des möglichen Gewinns aus den Rettungspaketen verblassen ohnehin angesichts der selbstgedruckten Summen, mit denen die FED Staatsschulden monetarisiert. Nicht nur, dass sie dies überhaupt tut, nein, mehr noch: Der Zinsgewinn, der der FED aus diesen aufgekauften Schulden entsteht, steht wem zu? Richtig: US Treasury. Der Staat zahlt also die Zinsen für die Schulden, die mit frisch gedrucktem Geld aufgekauft werden, nicht wie bei Schuldnern üblich an Dritte, sondern an sich selbst. Realwirtschaftliche Erfolge siehe nächsten Beitrag.

WSJ (13. August): „Fed-Studie nährt Zweifel an Wertpapierkäufen.“

Zitat: „Wertpapierkaufprogramme wie QE2 scheinen bestenfalls schwache Auswirkungen aus Wachstum und Inflation zu haben.“ Ach nee, echt?!

Bild (14. August): „Inflations-Gefahr! Darum explodieren die Preise im Supermarkt.“

Bild zählt fünf Gründe auf. Nun, mir fällt mindestens ein weiterer ein. Der findet sich hier, vorletzter Satz.

 

FAZ (12. August): „Neue Regelung für Anlagen – Franzosen fürchten um ihre Lebensversicherungen.“

Neue Runde in dem interventionistischen Aktionismus der gegenwärtigen französischen Regierung. Die LVU sollen nun also in KMU investieren? Mal sehen, wie sich das mit den Unterlegungspflichten nach Solvency II vertragen wird. Wäre ja lustig, wenn nun ausgerechnet die Franzosen zu S-II-Skeptikern werden.

 

Die Welt (13. August): „Deutsche fürchten Lügen in der Euro-Krise.“

Wieso sind die Ergebnisse „erschreckend?“ Sie bestätigen doch nur, dass vielleicht nicht alle die Zusammenhänge der Euro-Krise verstehen, aber die Bevölkerung trotztdem fühlt, spürt, irgendwie begreift, wie Deutschland und Europa in die Sackgasse geführt werden.

 

Zum schlechten Schuss:

Die Welt (11. August): „Boykott der Olympischen Spiele 2014 in Sotschi?“

Aha! Wenn es danach geht, kann man also sicher sein, dass die Fußball-WM in Qatar keinesfalls stattfinden wird?! Das wäre ja mal eine gute Nachricht. Wird nur leider nicht passieren.


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