521 Milliarden Euro:

Die Deckungsmittel der deutschen bAV

von Pascal Bazzazi, Berlin, 11. Juni 2014

 

Wie jedes Jahr um diese Zeit hat Joachim Schwind die Verteilung der Deckungsmittel in der bAV für das vorvergangene Jahr ermittelt. Große Sprünge und Überraschungen sind ausgeblieben.

 

Die rückstellungsfinanzierte Direktzusage bleibt mit gut 271 Milliarden Euro der dominierende Durchführungsweg. Es folgen die Pensionskassen mit gut 127 Milliarden Euro, die Direktversicherungen mit 58 Milliarden Euro und die U-Kassen mit 36 Milliarden Euro an Deckungsmitteln. Der Pensionsfonds bleibt mit knapp 28 Milliarden Euro der nach Deckungsmitteln kleinste der fünf deutschen Durchführungswege.

 

 

bAV Deckungsmittel nach Schwind 2012 eigene Erstellung

 

 

In der Summe macht dies knapp 521 Milliarden Euro Deckungsmittel – ein an sich stattlicher Wert, doch pro Kopf und im Vergleich mit Ländern wie den Niederlanden, Kanada oder Australien kümmerlich, erst recht angesichts einer völlig ungedeckten ersten Säule und angesichts weitgehend ungefundeter Beamtenpensionen. Korrekterweise muss man jedoch bei Ländern, die über vorgeblich sagenhaft große Pensionsfonds beispielsweise für ihre Beamten verfügen, den Anteil des Fundings herausrechnen, der sich auf Staatsanleihen eben dieses Staates gründet. Bei dem staatlichen japanischen Pensionsfonds sind das immerhin gut 60 Prozent (bei manch deutschem Bundesland übrigens 100 Prozent).

 

Neben eigener Recherche griff Schwind, Chef der Hoechster Pensionskasse, zur Ermittlung der Daten auf Veröffentlichungen der BaFin, des GDV und des PSV zurück. Die Zahlen präsentierte er auf der aba-Jahrestagung am 7. Mai in Berlin sowie auf dem Hoechster Tag der bAV am 3. Juni in Frankfurt.

 

Weitere Angaben zu den Daten der Vorjahre finden sich auf der Homepage der aba.

Demnach betrugen die Deckungsmittel Ende des Jahres 2011 in allen Durchführungswegen 500,7 Milliarden Euro, davon knapp 265 Milliarden Euro in der Direktzusage (davon entfielen gut 151 Milliarden Euro auf laufende Renten und gut 113 Milliarden Euro auf unverfallbare Anwartschaften). Die Pensionskassen lagen bei gut 119 Milliarden Euro, die U-Kassen bei 35 Milliarden Euro, die Direktversicherungen bei fast 56 Milliarden Euro und schließlich die Pensionsfonds bei gut 26 Milliarden Euro.

 

 

Eingeschränkte Vergleichbarkeit?

 

Für Stand Ende 2013 sind die Zahlen bereits teilweise verfügbar: Laut BaFin-Jahresbericht lagen zum Stichtag 31. Dezember 2013 in deutschen Pensionsfonds Assets in Höhe von 28,2 Milliarden Euro.

Der Kapitalanlagebestand der 146 von der BaFin beaufsichtigten Pensionskassen erhöhte sich 2013 laut Jahresbericht um circa 6,3 Prozent auf rund 131,1 Milliarden Euro. Für das Vorjahr – also Stand Ende 2012 – gibt die Anstalt den Wert mit 123,3 Milliarden Euro an, folglich genau 4 Milliarden weniger als Schwind, der auf 127,3 Milliarden Euro kommt. Die Diskrepanz ergibt sich daraus, dass Schwind bei Pensionskassen wie bei -fonds auf die Bilanzsummen abstellt, die BaFin dagegen nur die reinen Kapitalanlagen betrachtet.

 


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